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Navigation und Intraoperative 3D-Bildgebung

Navigation hat seinen linguistischen Ursprung im Lateinischen "navigare" und kann mit "das Führen eines Schiffes" übersetzt werden. Schiffe wurden früher mit Hilfe eines Sextanten sicher an ihr Ziel geführt. Im täglichen Leben finden Navigationssysteme heute breite Anwendung bei der Orientierung im Straßenverkehr.

Auch in der Medizin dient die Navigation der sicheren Orientierung: mit deren Hilfe können Operationen weitaus präziser, schonender und in der 2D-Technik mit einer erheblich geringeren Belastung durch Röntgenstrahlen durchgeführt werden.
Die Unfallchirurgische Universitätsklinik verwendet ein Navigationssystem, das nicht nur eine Navigationseinheit (NaviVision/Firma BrainLab) sondern auch einen mobilen 3D-Röntgenbildverstärker einschließt.
So ist es mit der neuen Technik möglich, intraoperativ neben konventionellen 2D-Bildern auch 3D-Bilder zu erzeugen, die an das Navigationssystem übertragen werden. Der Operateur kann dann am LCD-Bildschirm die dreidimensionale Ausrichtung seiner Instrumente im betreffenden Knochenabschnitt überprüfen. Knochenstrukturen und Frakturverlauf werden plastisch abgebildet. Die Platzierung von Schrauben und Platten durch den Operateur kann so höchstpräzise erfolgen.

Die Navigation bietet deutliche Vorteile:
- Fehlplatzierung von Schrauben, insbesondere in anatomisch sehr komplexen Regionen wie der Hals- und Brustwirbelsäule sowie im Beckenbereich können vermieden werden. Folgeeingriffe zur Korrektur von Schraubenfehllagen werden so erst gar nicht notwendig.
- Postoperative Computertomographie-Untersuchungen zur Kontrolle der Schraubenlage entfallen. Die Strahlenbelastung für den Patienten wird erheblich reduziert.

Die navigierte Operation bietet dem Patienten ein hohes Maß an zusätzlicher Sicherheit.
Allerdings ist die Erfahrung des Operateurs nach wie vor der maßgebliche Gradmesser für den Operationserfolg. Diese hochmoderne Technik unterstützt den Operateur aber ersetzt ihn keineswegs.